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Ein Vortrag von Sabrina Flörke in der Galerie Mutter Fourage

Als Sohn des Malers Philipp Franck wuchs Carlludwig Franck in behüteten Verhältnissen in Wannsee auf. Die malerische Havellandschaft und auch die Nähe zu Potsdam prägten seine Jugend und auch den Einstieg in sein Berufsleben als Architekt. Aufgrund der politischen Entwicklungen der 1930er Jahre war er gezwungen Deutschland zu verlassen. Doch im Exil in England konnte er sich eine neue Existenz aufbauen und erfolgreich als Architekt wirken. Der Vortrag beleuchtet den Lebensweg von Carlludwig Franck und stellt seine Herkunft aus Wannsee in Zusammenhang zu seinem beruflichen Schaffen.

Carlludwig Franck wurde am 25. September 1904 in Berlin-Halensee als jüngster Sohn des Malers Philipp Franck geboren. Seine Kindheit verbrachte er gemeinsam mit seinen Brüdern im Elternhaus in Berlin-Wannsee, das von Kunst, Bildung und familiärem Zusammenhalt geprägt war.

Obwohl er eine ausgeprägte künstlerische Begabung besaß, folgte er zunächst dem Wunsch seines Vaters und studierte Jura. Nach seiner Promotion in Würzburg wandte er sich jedoch seiner eigentlichen Leidenschaft zu und begann ein Architekturstudium bei Hans Poelzig. Er wurde in dessen Meisteratelier in Potsdam ausgebildet und erhielt bald eine Assistentenstelle in Poelzigs renommiertem Bauatelier. 1930 schloss Franck sein Studium als Diplom-Ingenieur an der Technischen Universität Berlin ab.

Im selben Jahr heiratete er Johanna („Hanni“) Grau. Ein Jahr später wurde ihr Sohn Jacob geboren. Ebenfalls 1931 erhielt Franck den prestigeträchtigen Rompreis, der ihm einen neunmonatigen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom ermöglichte. Dort begegnete er bedeutenden Künstlern seiner Zeit, darunter dem Bildhauer Arno Breker sowie den Malern Max Peiffer-Watenphul und Felix Nussbaum. Während seines Aufenthalts beschäftigte er sich intensiv mit der Architekturgeschichte und verfasste eine Studie über die Barockvillen von Frascati.

Nach seiner Rückkehr nach Berlin im Jahr 1933 arbeitete Franck als selbstständiger Architekt. Er plante Umbauten historischer Gebäude und entwarf ein Einfamilienhaus in Wannsee. Seine vielversprechende Karriere wurde jedoch durch die nationalsozialistische Verfolgung abrupt unterbrochen, da seine Ehefrau jüdischer Herkunft war. 1937 wurde ihm dadurch die Mitgliedschaft in der Reichskammer der Bildenden Künste entzogen. Das damit verbundene Berufsverbot machte eine weitere Tätigkeit als Architekt in Deutschland unmöglich.

Im April 1937 emigrierte Carlludwig Franck nach London. Dort fand er Anschluss an die avantgardistische Architektengruppe Tekton des aus Russland stammenden Architekten Berthold Lubetkin. Tekton gehörte zu den wichtigsten Vertretern der modernen Architektur in Großbritannien und prägte Francks weiteres berufliches Schaffen nachhaltig.

Bei seiner Emigration nahm Franck zahlreiche Gemälde seines Vaters mit nach England. 1938 konnten seine Frau und sein Sohn nach London nachkommen.

Ab 1948 arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros und wurde Partner mehrerer renommierter Bürogemeinschaften. Zuletzt führte er das Büro Emberton, Franck and Tardrew, das er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1971 leitete. Seine Arbeit stand dabei stets in der Tradition der europäischen Moderne, die er bereits in den 1930er Jahren bei Hans Poelzig kennengelernt hatte.

Carlludwig Franck starb am 20. Februar 1985 in London.

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